Die Leitstelle wirkt ein wenig wie Science-Fiction im »Raumschiff-Orion-Style«.

Verlassene Industriearchitektur

Vor einigen Jahren begann ich aufgegebene Industriestätten zu fotografieren. Hier Aufnahmen des ehemaligen Umspannwerkes »UW Rennbahn« an der früheren Pferderennbahn »Alte Bult« in Hannover.

 

Um das Projekt fortzuführen, bitte ich um eure Mithilfe: Wenn Ihr ähnliche Anlagen kennt, die kurz vor dem Abriss oder auch einer Umwidmung stehen, bin ich dankbar für einen Hinweis, z.B. gleich hier über dieses Kontaktformular:

 

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Das Buch »Europäische Sprichwörter« mit Scherenschnitten von Ralf Bednar

Bildband für Künstler Ralf Bednar

Für den hannoverschen Künstler Ralf Bednar habe ich den Bildband »Europäische Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten« gestaltet. Ralf verarbeitet seit vielen Jahren Sprichwörter aus dem europäischen Sprachraum zu Scherenschnitten. Ich übernahm die Reproduktion der Werke, die Portraitfotografie sowie Layout, Typografie und Herstellung. Die ausführliche Einführung schrieb Literaturprofessorin Dr. Britt-Marie Schuster.

Das Buch im Format 30×30 cm hat 116 Seiten und kostet 79 Euro (zzgl. Versandkosten). Vorbestellungen könnt Ihr über das unten stehende Kontaktformular direkt an mich richten:

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Nike-Park_Paris-LaDefense1998

Paris, La Défense 1998

Paris-LaDefense1998_V_5

An der Grande Arche de la Defense. Selbstportrait Werner Musterer

Kurz vor der in Frankreich ausgeführten Fussball-Weltmeisterschaft 1998 war ich für einige Tage im von Hochhausarchitektur geprägten Pariser Stadtteil La Défense und konnte diese Szene einfangen: Der Sportartikelhersteller Nike hatte direkt vor der Grande Arche sein Promotionobjekt Nike-Park installiert, in dem Fans selber kicken und von Zeit zu Zeit ihren Idolen begegnen konnten.

Ich mag dieses Bild sehr, weil es mein persönliches Erleben der Situation genau widerspiegelt: Die Architektur wirkt erdrückend, bedrohlich, dabei gleichzeitig strukturiert, in strenger Klarheit. Die Menschen unterschiedlichster Nationen im Vordergrund scheint dies allerdings kaum zu beeindrucken. Geradezu unbeteiligt gehen sie ihrer Wege, die »Hochhaus-Armee« wird geflissentlich ignoriert und verliert so Ihren Schrecken.

(Aufgenommen mit einer Olympus OM-4Ti auf Kodak EPP-Diafilm, cross-entwickelt im C-41-Prozess.)

 

 

Links:
• Ein Video vom Training des US-Soccer-Teams im Nike-Park  …
 Werbe-Plakate aus dem Nike-Park  …
Ein Löwenweibchen im Zoo Hannover

Natur ist nicht produktiv.

Natur ist verschwenderisch.

Ein Löwe fängt eine Antilope. Er frisst soviel, bis er satt ist, legt sich dann in die Sonne und denkt sich: »Was geht’s mir gut.«

Hätte er BWL studiert, machte er jetzt keine Pause, sondern nutzte den verbleibenden Tag, um fünf weitere Antilopen zu fangen. Nur: dann dürfte er aber auch am nächsten Tag keine Pausen machen, sondern müsste einen Kühlschrank bauen, um die Sachen frisch zu halten. Am nächsten freien Tag müsste er für den Strom sorgen, dann ein Haus drumherum bauen und so weiter und so fort. Er hätte also überhaupt keine Zeit mehr, sich in die Sonne zu legen und zu denken: »Was geht’s mir gut.«

So funktioniert unser Wirtschaftssystem …

 

(Danke an Volker Pispers für diese anschauliche Kurzgeschichte aus seinem Programm »Bis neulich«!) 

Erfrischender Tee aus Zitronenverbene (Aloysia citrodora)

Heißer Sommer – Erfrischung gefällig?

Gesunden Eistee selber machen

In manchem Garten wächst ein unscheinbares Juwel: Die Zitronenverbene liefert gerade an heißen Sommertagen eine großartige Erfrischung. Einige wenige Blätter mit kochendem Wasser übergießen, eine halbe Stunde ziehen und abkühlen lassen, ein paar Eiswürfel dazu – fertig ist ein herrlich zitroniger Eistee. Natürlich ganz ohne Zucker, Konservierungsstoffe oder sonstige Ekelzutaten …

Seid Ihr auf den Geschmack gekommen, legt euch einen Blättervorrat an. Nach dem Pflücken einfach zwei Tage an der Luft trocknen lassen. Werden diese getrockneten Blätter mit heißem Wasser übergossen, verkürzt sich die Ziehzeit erheblich.

Mit den frischen Blättern von »Aloysia citrodora«, so der wissenschaftliche Name, lassen sich übrigens auch Salate aufpeppen. Oder Ihr kocht sie wie Spinat. Ein regelrechtes Allroundgewächs!

Die Mardalwiese mitten in Hannover bietet dem akut bedrohten Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) ein letztes Refugium.

Die Natur ist näher als du denkst – noch …

»Guck mal, wie schön: ein Schmetterling!« – Im Vorbeifliegen recht unscheinbar wirkt dieser Tagfalter. Dabei handelt es sich um ein echtes Juwel*: Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (nein, der Name ist keine Erfindung von Loriot) steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. In Niedersachsen etwa gibt es ihn nur noch im Solling, im Holzmindener Wesertal und – mitten in Hannover (Quellenangaben siehe unten)!

Mit der Mardalwiese hat der Hannoversche Stadtteil Kirchrode dem Bläuling einen letzten Rückzugsort bewahren können. Wer diese sehenswerte Kleinlandschaft in direkter Nachbarschaft zum Tiergarten in den Sommermonaten besucht, kann den Falter sogar vergleichsweise häufig beobachten und möchte dabei kaum glauben, dass es sich um eine derart seltene Art handelt. Das obige Foto ist mir spontan während eines Bild-Spazierganges aus der Hand geglückt – mal ohne die sonst bei Tierfotografie übliche stundenlange Wartezeit …

Symbiotische Lebensweise benötigt rare Landschaftsform 

Seine sehr spezielle Lebensweise ist es, die dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling zum Verhängnis werden wird, wenn seine Lebensräume weiter vermeintlichem »Fortschritt« zum Opfer fallen: Die Raupen der Falter fressen ausschließlich am Großen Wiesenknopf, einer heute ebenfalls bedrohten Pflanze mit besonderen Habitatansprüchen. Vor Beginn der kalten Jahreszeit lassen sich die Raupen auf den Boden fallen und werden wegen ihres spezifischen Duftes von einer bestimmten Ameisenart in deren Bauten verbracht, wo sie überwintern und sich von deren Larven ernähren. Nach Verpuppung und Schlupf als Schmetterling im nächsten Sommer verlassen sie die »WG« und suchen sich wieder ein Wiesenknopf-Vorkommen, der Kreis beginnt von Neuem.

Das Beispiel der Mardalwiese in Hannover zeigt, dass Freizeitinteressen von Großstadtbewohnern und Naturschutz durchaus vereinbar sind. So sorgt die extensive Beweidung durch Pferde einer benachbarten Stallgemeinschaft entscheidend für den Erhalt der Landschaftsform und ein mitgliederstarker Sportverein betreibt seine Rasensport- und Tennisanlagen auf angrenzendem Gelände. Bleibt zu hoffen, dass die offizielle Ausweisung als »Landschaftsschutzgebiet LSG H-S 00009« von den Hannoveranern zunehmend als Auszeichnung verstanden wird, die für die Lebensqualität einer Großstadt von unschätzbarem Wert ist.

 

*UPDATE 17.9.2015

Leider handelt es sich bei dem Foto nicht, wie ich zunächst fälschlich annahm, um einen Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, sondern um den vergleichsweise häufigen Braunen Waldvogel oder »Schornsteinfeger« (Aphantopus hyperantus).

(Dank an Herrn Georg Wilhelm für den Korrekturhinweis!)

 

 

Quellenangaben:

Dietmar Drangmeister: »An der Schwelle« – Ein Naturführer für die Region Hannover

Dietmar Drangmeister: »An der Schwelle« – Ein Naturführer für die Region Hannover

 

Informationen zu Mardalwiese und Wiesenknopf-Ameisenbläuling habe ich dem sehr lesenswerten Buch »An der Schwelle – Ein Naturführer für die Region Hannover« von Dietmar Drangmeister entnommen (ibidem-Verlag 2015; ISBN 978-3-8382-0820-6; 19,90 Euro). 

 

 

Koloss mit kolossaler Stimme:

Nusrat Fateh Ali Khan

10. März 1991. Ich lebte gerade wenige Monate in Hannover. Wo ich Nusrat Fateh Ali Khan zum ersten Mal gehört habe, kann ich gar nicht mehr sagen, aber jedenfalls war ich Feuer und Flamme, als ich hörte, dass er im Theatersaal Langenhagen auftreten würde. Ich lieh mir bei Saturn-Hansa, wo ich zu der Zeit einen Job in der Fotoabteilung hatte, eine Mamiya 6 (6×7 cm Rollfilm-Messsucherkamera) mit 150mm-Optik aus und fuhr gespannt zum Konzert. Der Theatersaal war gefüllt mit festlichst gekleideten Menschen, die Mehrzahl augenscheinlich pakistanischen (oder verwandten) Ursprungs. Auf der Bühne saßen 10–12 Musiker im Schneidersitz auf einem Podest, einzige Instrumente waren ein paar Tablas sowie ein kleines Harmonium, dessen Bediener während des Spielens fortwährend mit einer Hand die Klappe für den Luftdruckmechanismus des Geräts bewegen musste.

Auch Nusrat – ein Koloss von bestimmt drei Zentnern Lebendgewicht – saß während des gesamten Konzerts im Schneidersitz da. Doch ungleich beeindruckender vom ersten Ton an: seine Stimme! Ein begeisternd klares, für einen Mann dieser Körpermaße unglaublich helles Timbre nahe am Falsett, das sphärisch über der Basis aus Harmonium-Tabla-Klangteppich, Chorbegleitung der Männer und deren durchgängigem rhythmischen Klatschen schwebte. Meist unterstrich er seinen Gesang mit ausladenden Armbewegungen und inbrünstiger Gestik.

Getoppt wurde das Ganze noch durch die grandiose Stimmung im (bestuhlten!) Saal. Bei bestimmten Textstellen brandeten großer Jubel und Applaus auf. Immer wieder standen einzelne Herren in ihrem feinen Zwirn – aber ohne Schuhe – auf und tanzten zur Musik. Einige sprangen dazu auch auf die Bühne (schön, dass man sie gewähren ließ und keine martialischen glatzköpfigen Ordner einschritten …), tanzten dort einige Minuten ekstatisch, zückten dann ihre Brieftasche und legten Nusrat Bündel von Geldscheinen hin, was er mit gütigem Nicken beantwortete.

Ich schoss nur wenige Bilder, zwei/drei Filme à 10 Aufnahmen vielleicht. Die Atmosphäre hatte mich zu sehr gefangen. Eine sprituelle Erfahrung ganz besonderer Art, zugleich eine Empfindung tiefsten Friedens und Verbundenheit der Kulturen!

 

Normalerweise bin ich, was Eintrittskarten angeht, unsentimental. Diese habe ich aufgehoben …

Normalerweise bin ich, was Eintrittskarten angeht, unsentimental. Diese habe ich aufgehoben …

Die CD »Supreme Collection« (1990, JARO CD26 im EFA-Vertrieb) gibt den klassischen Qawwali-Stil wieder. So hörte es sich auch im beschrieben Konzert an.

Die CD »Supreme Collection« (1990, JARO CD26 im EFA-Vertrieb) gibt den klassischen Qawwali-Stil wieder. So hörte es sich auch im beschriebenen Konzert an.

Die CD »Mustt Mustt« erschien 1990 bei Peter Gabriels Realword-Label und entstand u.a. in Zusammenarbeit mit Massive Attack (Realworld CD RW15)

Die CD »Mustt Mustt« erschien 1990 bei Peter Gabriels Realword-Label und entstand u.a. in Zusammenarbeit mit Massive Attack (Realworld CD RW15)

 

Winterliches Schilf am Siebenmeterteich in der Ricklinger Masch in Hannover, Januar 2013

Beim ersten Mal tut’s immer weh …

… sang die deutsche Band »Abwärts« in den 80er Jahren. Zu dieser Musik starte ich gerade – nicht ganz unprogrammatisch – meinen Einstieg in die Blogging-Welt.

»Über Natur und Gesellschaft« lautet die Subhead zu meiner Seite, was den groben Rahmen vorgibt, worum es hier gehen soll. Meist ausgehend von aktuellen oder auch »historischen« Fotografien von mir oder anderen Fotografinnen und Fotografen, die ich bemerkenswert finde, will ich meine Sicht der Welt teilen.

Außerdem schreibe ich über weitere kulturelle und gesellschaftliche Themen entsprechend den im Menü angegebenen Kategorien. Also lasst euch überraschen, schaut von Zeit zu Zeit bei mir rein und lasst uns diskutieren! Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

Werner Musterer, 8. Juli 2015

P.S.: Zu finden bin ich im Web (hoffentlich) überall unter #wernermusterer